Mittwoch, 21. Oktober: Nächtliches Erwachen, Fremddiagnosen und der juristische Rahmen

Frühes Erwachen & die Nachwehen der Abendrunde

Um 03:21 Uhr ist die Nacht endgültig vorbei – und das, obwohl ich erst um 23:00 Uhr schlafen gegangen bin. Ich musste noch über so einiges nachdenken. Das Gespräch mit Frau G. hat offenbar deutlich mehr Spuren hinterlassen, als ich mir eingestehen möchte. Sich das einzugestehen würde nämlich bedeuten zuzugeben, dass ich überhaupt zugelassen habe, dass mir diese Frau so nah kommt. Ein Fehler, den ich schnellstmöglich korrigieren werde. Ich habe gestern in der Abendrunde schließlich selbst bemerkt, dass ich kurzzeitig instabil war – was als Borderliner in so einem Mikrokosmos durchaus Sinn ergibt.

Die Anmaßung: Suizidalitätsunterstellung & Beobachtungsstatus

Das eigentliche Problem: Sie hat mich zu einem Gespräch gebeten, obwohl sie überhaupt nicht mein Bezugspfleger ist. Sie schloss daraus messerscharf, dass ich suizidal gefährdet sei, und wollte mich tatsächlich unter Beobachtung stellen lassen – und das, obwohl ich keine Stunde vorher ein ausführliches Einzelgespräch mit der Oberärztin hatte.

In einer Psychiatrie bedeutet „jemanden unter Beobachtung stellen“ in der Regel die engmaschige, medizinisch-pflegerische Überwachung eines Patienten zur Diagnostik oder zum akuten Schutz vor Gefahren. Geschieht dies gegen den Willen der betroffenen Person, ist das rechtlich extrem streng geregelt und ausschließlich bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung zulässig.

Rechtliche Hürden & institutionelle Realität

Ich frage mich ohnehin, wie das in einer Einrichtung wie dieser hier überhaupt funktionieren soll? Es gibt hier schlicht keine geschlossene Abteilung, und selbst wenn es sie gäbe, wären die rechtlichen Hürden für so einen Schnellschuss verdammt hoch.

Mein Fazit nach diesem absurden Theater: Sie ist nicht nur eine falsche Schlange, sondern schlicht so dumm wie ein Meter Feldweg – und das in einer Einrichtung, die eigentlich Menschen therapieren soll.

Fokus auf das Wesentliche: Umzug und Minimalprogramm

Mein Tagesplan für heute ist äußerst begrenzt, da ich mich um den Umzug kümmern muss. Kunsttherapie, Mittagessen und das war’s.

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