Samstag, 24. Oktober: Klärendes Gespräch, Resonanzentzug und praktische Handarbeit

Vorbereitung auf die Konfrontation & die Mechanik der Scham

Normalerweise ist mir mein Morgen heilig, und ich bin stets bemüht, den Tag harmonisch zu beginnen. Heute muss ich jedoch das klärende Gespräch mit Frau G. führen. Ich habe mich gut darauf vorbereitet und sehe der Sache erstaunlich gelassen entgegen. Sie ist im Grunde eine berechenbare Konstante, gefangen in einer Musterkette, die sie aus eigener Kraft und nur unter Schmerzen ändern könnte.

Machtspielchen und Selbsterhöhung stehen bei ihr ebenso auf dem Programm wie Intrigen und Falschaussagen. Da wir beide – auf unterschiedliche Weise – mit Scham zu tun haben, ist die Mechanik dahinter eigentlich recht einfach: Ich muss schlicht die Wahrheit benennen und dabei absolut frei von emotionalen Reaktionen bleiben. Die Scham soll sie gefälligst ganz allein erleben. Für jemanden mit einer ausgeprägten narzisstischen Regulationsstruktur ist ohnehin jede Reaktion – ob Zuwendung, Wut oder Hass – letztlich das Gleiche; das Einzige, was solchen Charakteren wirklich wehtut, ist der vollständige Entzug jeglicher Resonanz.

Das Gespräch: Grenzziehung statt Eskalation

Es klappt in der Praxis sogar noch besser als gedacht: Sie probiert nacheinander diverse emotionale Stadien aus, bleibt damit aber völlig erfolglos. Interessant ist in dem Zusammenhang die Info, dass sie früher in einer Akutpsychiatrie gearbeitet und dort angeblich für NPS- und BPS-Patienten zuständig war. In der Fachliteratur ist schließlich hinreichend belegt, dass Menschen mit ungelösten Kindheitstraumata, Helfersyndromen oder eben narzisstischen Zügen sich oft gezielt in Berufsfelder begeben, in denen sie ihre destruktiven Dynamiken unter dem Deckmantel der Fürsorge auf Kosten von Patienten ausleben können.

Ich sage ihr glasklar auf den Kopf zu, dass ich ihre Muster durchschaut habe, dass dies meiner Meinung nach narzisstische Züge sind und dass sie permanent meinen Safe Space missachtet – bis hin zum absurden Zählen meiner Essensportionen. Ich mache ihr unmissverständlich klar, dass ich ein erwachsener Mann bin, der hier völlig freiwillig weilt, und dass wir uns hier schlicht nicht in einer geschlossenen Anstalt befinden.

Die Abwehr bricht ins Leere

Sie windet sich daraufhin wie eine Schlange, versucht mir Vorwürfe zu unterjubeln und wirft mir im nächsten Moment an den Kopf, sie wüsste eben ganz genau, „wie man Borderliner behandeln muss“. Da ich eines unter größten Schmerzen gelernt habe – nämlich dass die Hoffnung auf Veränderung bei solchen Strukturen völlig vergebens ist –, bleibe ich hart und in meiner Linie. Am Ende lenkt sie ein, sichtlich genervt..

Fokuswechsel: Kartons packen & Dampf ablassen

Ich muss los, weil meine Schwester kommt, um mir beim Kartonpacken zu helfen. Ich bin heilfroh, bei dieser praktischen Handarbeit ein bisschen Dampf ablassen zu können.

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